Pressemitteilungen

15.12.2014

"Die Stimmung ist klasse"

DFB-Schiedsrichter Wolfgang Walz spricht im Interview über das ebm-papst Halllenmasters.

Wolfgang Walz
 

Schon einige Male hat DFB-Schiedsrichter Wolfgang Walz die Spiele beim ebm-papst Hallenmasters in der Mulfinger Gerhard-Sturm-Halle geleitet. "Das ist ein richtig gutes Turnier. Die Stimmung ist klasse und Topteams sind mit dabei", sagt der Pfedelbacher im Gespräch mit Marc Schmerbeck. Die 13. Auflage des Fußball-Hallenturniers findet am 3. und 4. Januar 2015 statt.

Guten Tag Herr Walz, welche Erinnerungen haben Sie an das Hallenmasters?

Wolfgang Walz: Es ist immer eine schöne Veranstaltung. In Baden-Württemberg ist es eines der besten Turniere, die es gibt.

Was macht die Veranstaltung so gut?

Walz: Es wird von den Zuschauern gut angenommen. Außerdem ist es gut geplant, gut organisiert. Hinzu kommen die Topteams. Dazu ist die Atmosphäre klasse und das umfangreiche Rahmenprogramm macht die Veranstaltung abwechslungsreich.

Ist man als Schiedsrichter bei so einem Turnier etwas nachsichtiger?

Walz: Das sicher nicht. Aber man ist näher dran. Man kann mit den Spielern besser kommunizieren. Und die sind ja meist auch anständig. Die Teams wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Man sieht nur ganz wenige Grätschen und Fouls.

Sie sind seit Ende der 1990er Jahre DFB-Schiedsrichter. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Walz: Die Anforderungen an die Spieler sind höher geworden. Die Schnelligkeit hat zugenommen. Die Spieler werden früher selektiert. Es geht unheimlich stark um die Athletik.

Rund um die Jahrtausendwende hat das Talentförderprogramm des DFB begonnen. Mit der Gründung von Nachwuchsleistungszentren und DFB-Stützpunkten. Sie selbst sind auch Stützpunkttrainer in Schwäbisch Hall. Waren diese Maßnahmen ein wichtiger Schritt zum Aufschwung des deutschen Fußballs?

Walz: Ja, Stützpunkte und Förderzentren waren wichtige Schritte. Spieler wie Thomas Müller, Marco Reus, Mario Götze und Andre Schürrle haben in Stützpunkten trainiert. Manuel Neuer ging auf ein Fußball-Internat, bevor er an ein Leistungszentrum gewechselt ist. Das sind wichtige Institutionen für die Talentförderung. Man merkt das schon bei uns am Stützpunkt. Es sind immer wieder Scouts vom VfB Stuttgart oder 1899 Hoffenheim da, die nach Talenten Ausschau halten und auch wegholen.

Ist es als Trainer nicht schwer, Talente ziehen zu lassen?

Walz: Man lässt Spieler gerne gehen. Das ist ja auch unser Ziel, sie an ein Nachwuchsleistungszentrum abzugeben und ihnen den nächsten Schritt zu ermöglichen. Es ist für die Spieler aber ein schwerer Weg. Jeden Tag Training, dazu Schule und Hausaufgaben. Das schafft nicht jeder. Talent allein reicht da nicht aus.

Das ist doch auch eine Parallele zu den Schiedsrichtern ...

Walz: Das ist es. Auch da braucht man eine gewisse Einstellung, um nach vorne zu kommen. Man muss bei jedem Wetter trainieren. Das Training kann man nicht einfach ausfallen lassen, weil es regnet oder zu kalt ist.

Für Sie wird die Zeit als DFB-Schiedsrichter nach dieser Saison zu Ende sein. Aus Altersgründen. Denn mit 47 Jahren ist beim DFB ja Schluss. Wie geht es weiter?

Walz: Ich dürfte ja noch bis zur Oberliga Spiele leiten, das werde ich aber nicht tun. Ich höre als Schiedsrichter auf.

Wie stehen Sie zu der Altersgrenze?

Walz: Es gibt Dinge, die dafür und dagegen sprechen. Dagegen spricht die Erfahrung. Gerade wenn man diese hat und einbringen kann, muss man aufhören. Dafür spricht, dass die jungen Schiedsrichter so die Möglichkeit haben, nachzurücken. Das wäre ohne die Altersgrenze schwierig, denn die Plätze sind ja begrenzt.

Wollen Sie dann voll ins Trainergeschäft einsteigen?

Walz: Ich bin schon immer Fußballer. Meine zwei Jungs spielen Fußball. Bei denen bin ich auch als Trainer aktiv. Es macht richtig Spaß, mit dem Nachwuchs zu arbeiten. Ich hatte auch schon Anfragen von einigen Aktivenmannschaften. Doch so viel wie ich unterwegs bin, war das bisher nicht möglich. Da fehlt die Zeit. Ich lasse es in Ruhe auf mich zukommen und schaue, was machbar ist.

Um nochmal zum Jugendfußball und dem Hallenmasters zu kommen, was hat sich in diesem Bereich alles verändert?

Walz: Es wird viel mehr aussortiert. Es gibt ja beispielweise kaum noch kleine Innenverteidiger. Mittlerweile müssen Spieler auf allen Positionen fußballerisch gut ausgebildet sein, um nach vorne zu kommen. Die Auswahl findet schon ganz unten statt. Es wird dann immer härter, je weiter man nach oben kommt. Aber auch wir Trainer sollten weiter vorausschauend denken. Oft werden jüngere Spieler ausgesiebt, weil sie körperlich noch nicht mithalten können. Man sollte Ihnen aber die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln. Die Spiele beim Hallenmasters sind sicher noch etwas schneller, athletischer und auch technisch besser geworden.

Hauke Hannig
Pressesprecher ebm-papst Unternehmensgruppe
Phone: +49 7938 81-7105
Fax: +49 7938 81-97105
hauke.hannig@de.ebmpapst.com

ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG
Bachmühle 2
74673 Mulfingen