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18.12.2013

Die Karriere nach der Karriere

Ex-Profis oder aufstrebende junge Talente – beim ebm-papst Hallenmasters sind unterschiedliche Trainertypen zu sehen.

 
 

Die Jugendarbeit wird für die Fußball-Bundesligisten immer wichtiger. Der eigene Nachwuchs ist eine Investition in die Zukunft. Immer mehr Spieler aus den eigenen Reihen schaffen den Sprung in die Profi-Teams. Dies ist auch ein wirtschaftlicher Faktor. Immer wichtiger werden deshalb auch die Nachwuchs-Trainer. Sie legen die Grundlagen. Ob Ex-Profis oder junge Wilde hinter der Bande stehen, einen Querschnitt gibt es auch immer beim A-Junioren-Turnier des ebm-papst Hallenmasters zu betrachten. Die 12. Auflage findet am 4. Januar 2014 ab 9 Uhr statt.

Zwei Mal war Dariusz Wosz als Trainer beim A-Junioren-Turnier dabei. Dies ist Geschichte. Der 17-fache ehemalige deutsche Nationalspieler, der zu seiner aktiven Zeit den Spitznamen Zaubermaus hatte, ist mittlerweile Trainer der Bochumer U23-Mannschaft. Zwischenzeitlich war er Interimstrainer des Zweitliga-Teams. Unaufgeregt coachte er in Mulfingen seine Jungs. Ruhig im Hintergrund. Meist auf einer Bank stehend, um den Überblick zu behalten. Keine Spur von Starallüren. Wenn es sein musste richtete Wosz aber auch deutliche Worte an seine Spieler. Mitunter auch mal laut. Aber das gehört dazu. Er hatte seine Jungs im Griff. "Er ist ein ganz angenehmer Mensch", sagt Karl-Heinz Beck, Teambetreuer beim ebm-papst Hallenmasters. "Liebenswert und ehrlich."

Seine Karriere kann ein Beispiel für heutige Nachwuchstalente sein. Als Aktiver startete Wosz beim Hallescher FC – damals noch in der Oberliga, der höchsten Spielklasse der DDR. Nach der Wende spielte er zunächst sechs Jahre für den VfL Bochum. Nach einem dreijährigen Gastspiel bei Hertha BSC Berlin, mit dem er im UEFA-Cup spielte, kehrte Wosz nach Bochum zurück. Dort ließ er seine aktive Karriere ausklingen und engagierte sich dann in der Jugendabteilung.

Eine ähnliche Karriere hat Alexander Schur hingelegt. Er startete und beendete seine aktive Laufbahn bei Eintracht Frankfurt. Danach arbeitete er in der Jugendabteilung. Er war als Coach der U19 von Eintracht Frankfurt bereits einige Male in der Mulfinger Gerhard-Sturm-Halle zu Gast. Mit einer Auswahl von überwiegend B-Jugendspielern gewann er das Turnier bereits. Mittlerweile ist der Ex-Profi U23-Trainer des Clubs. "Er ist ein ganz netter, wunderbarer Typ. Ein richtig guter Trainer", sagt Beck.

Karl-Heinz Beck hat aber auch erkannt, dass die Fluktuation bei den Jugendtrainern größer geworden ist: "Ich glaube, der Leistungsdruck ist wahnsinnig groß. Außerdem werden die Trainer immer jünger." Oft ist auch ihr Schicksal mit den Trainern der Aktiven verknüpft, da die Verzahnung immer enger wird. Schließlich setzen viele Clubs stark auf die eigene Jugend. Ein gutes Beispiel ist dafür der SC Freiburg. "Da habe ich vor 15 Jahren schon Christian Streich kennen gelernt, als ich das Nachwuchsleistungszentrum dort besucht habe. Die waren in Sachen Nachwuchsförderung Vorreiter", erzählt Beck. "Das ist ein überragender Typ. Sehr ruhig und besonnen. Aber auch fußballbesessen. Er lebt den Sport mit jeder Faser."

Einer der aufstrebenden Trainer ist Julian Nagelsmann von 1899 Hoffenheim. Der 26-jährige Landsberger ist einer der jungen Wilden. Seit dieser Saison trainiert er die Hoffenheimer U19 des Bundesligisten. Und er hat Erfolg. Mit seinem Team steht er in der Winterpause auf Rang zwei. Durch ein 1:1 gegen den Tabellendritten FSV Mainz verpasste er den Sprung an die Tabellenspitze der Bundesliga Süd/Südwest. Spitzenreiter ist der VfB Stuttgart. "Wir starten nach der Winterpause gegen Stuttgart. Ich hoffe, dass wir da an unsere Leistungen der Vorrunde anknüpfen", sagte Nagelsmann. "Es schleppt sich allerdings etwas durch die Saison, dass wir zu wenige Tore machen."

Eine Profikarriere blieb ihm verwehrt. Wegen einer Knieverletzung und einer anschließenden verkorksten Operation. Und das mit 20 Jahren. Zunächst wollte er nichts mehr vom Fußball wissen. Doch sein damaliger Trainer beim FC Augsburg II entdeckte sein Trainerpotenzial und wollte es fördern. Nach kurzer Überlegungszeit ging Nagelsmann den Schritt. Er analysierte für Tuchel die Gegner oder sprach über Trainingseinheiten und lernte, wie man mit einer Mannschaft umgeht. Dann wurde er U17-Co-Trainer bei 1860 München. 2010 folgte das Angebot von Hoffenheim. Dort startete er in der U17, war Co-Trainer beim Aktiventeam und trainiert nun die U19. Also die Spieler, die auf dem Sprung ins Profigeschäft sind. Im Moment scheint es der richtige Weg gewesen zu sein, den er einschlug. Auch so kann also eine Karriere verlaufen. Nagelsmanns Förderer damals war übrigens Thomas Tuchel, der danach von Augsburg zum FSV Mainz 05 wechselte. In der Saison 2008/09 gastierte er mit der U19 beim ebm-papst Hallenmasters. Völlig unaufgeregt. Völlig im Hintergrund und unbekannt. Dies änderte sich wenige Monate später, nachdem Jürgen Klopp den Club in Richtung Dortmund verließ. Tuchel wurde Cheftrainer des Bundesligisten – und ist es heute noch. So könnte es auch einem Nachwuchscoach gehen, der bei der 12. Auflage des Turniers dabei ist.

Die Gruppeneinteilung in der Übersicht.

Hauke Hannig
Pressesprecher ebm-papst Unternehmensgruppe
Phone: +49 7938 81-7105
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ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG
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74673 Mulfingen